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Verkehr und Umwelt

Der Kraftfahrzeugverkehr hatte immer schon - und mit den Jahren auch in zunehmendem Maße - einen großen Anteil an den anthropogenen Emissionen. Zwar konnte der Ausstoß vieler Schadstoffe zu Gunsten einer besseren Luft mittlerweile verringert, der Anteil an den CO2-Emissionen und Treibhausgasen aber nicht wesentlich reduziert werden.

Während seit den 1990er Jahren die CO2-Emissionen tendenziell zurückgehen, ist der Anteil des Verkehrs in diesem Zeitraum nahezu konstant geblieben. Durch die Verlagerung vieler Fahrleistungen auf die Straße werden fast 80 Prozent der im Verkehrsektor verursachten klimarelevanten Emissionen im Straßenverkehr verursacht.

Abgase und Emissionen

Bei der Verbrennung von Kraftstoff im Motor entstehen immer auch unerwünschte Nebenprodukte. Bei Benzin und Diesel - andere Kraftstoffe können wegen ihrer untergeordneten Rolle im Straßenverkehr vernachlässigt werden - sind dies vor allem die Schadstoffe Kohlenmonoxid, Stickoxid, Kohlenwasserstoff, Aldehyd, Partikel und Kohlendioxid. Seit den 1990er Jahren konnte in Europa mit der Einführung von Grenzwerten beim Schadstoffausstoß sowie durch effizienter arbeitende Motoren mit immer besseren Wirkungsgraden in den letzten Jahren die Schadstoffbelastung durch den Straßenverkehr bei den meisten Abgasbestandteilen deutlich gesenkt werden. Die Belastungen der Luft haben zum Teil derart abgenommen, dass weitere Beobachtungen durch die Umweltbehörden inzwischen eingestellt werden konnten.

DEUTSCHLAND CO2 CH4 N2O NOx CO NMVOC SO2
2000 171.229.500 15.680 4,820 1.004.040 2.452.830 278.590 19.670
2009 144.615.510 6.270 3.030 551.190 1.143.130 115.390 830
REDUZIERUNG -16 % -60 % -37 % -45 % -53 % -59 % -96 %
Quelle: Bundesumweltamt, Angaben in Megagramm

Keine positive Entwicklung beim CO2

Die Kohlenstoffdioxid-Emissionen konnten dagegen im gleichen Zeitraum nur unwesentlich reduziert werden, da jede positive Entwicklung durch die stetige Zunahme der Fahrzeuge sowie der geleisteten Kilometer sofort kompensiert wird. Deshalb liegt der Anteil des Verkehrssektors an den weltweiten Gesamtemissionen seit Jahren fast konstant bei 20 bzw. der Anteil des Straßenverkehrs bei 14 Prozent. Auch in Deutschland konnten die CO2-Emissionen durch den Verkehr in den letzten 10 Jahren zwar um 16 Prozent reduziert werden, im Jahr 2010 stiegen sie aber im Vergleich zum Vorjahr von 145 auf 152 Millionen Tonnen CO2 an.

CO2-Emissionen weltweit 2010 CO2-Emissionen Verkehrssektor CO2-Emissionen Straßenverkehr
33.158,4 Millionen Tonnen 6.631,7 Millionen Tonnen 4.642,2 Millionen Tonnen

Gescheiterte Selbstverpflichtung der Automobilindustrie

Als Maßnahme zur Reduzierung der Kohlenstoffdioxid-Emissionen hat die Europäische Gemeinschaft Ende der 1990er Jahre das Ziel ausgegeben, dass der durchschnittliche CO2-Ausstoß bei Neufahrzeugen ab 2008 bei 120 Gramm pro Kilometer liegen soll. Um gesetzliche Auflagen zu verhindern, verpflichtete sich im Jahr 1998 die Automobilindustrie von Europa, Japan und Korea, den CO2-Ausstoß bis 2008/2009 auf 140 und bis 2012 auf 120 Gramm pro Kilometer im Durchschnitt zu begrenzen.

Allerdings ist die Automobilindustrie mit ihrer Selbstverpflichtung deutlich gescheitert, weil sie nicht in der Lage oder Willens war, den Kraftstoffverbrauch der Fahrzeuge in den letzten 10 Jahren deutlich zu senken. Lediglich acht Länder erreichten in Europa bis Ende 2010 die 140 Gramm-Marke beim Kohlenstoffdioxid. Deshalb hat die EU 2009 einen verbindlichen Grenzwert von 130 Gramm CO2 pro Kilometer für Neufahrzeuge festgesetzt, der zwar ab 2012 gilt, aber mit Übergangsregelungen bis in das Jahr 2015 herausgezögert werden kann. Erst ab dem Jahr 2020 sollen die Emissionen für jedes neue Fahrzeug dann verbindlich bei 95 Gramm CO2 pro Kilometer liegen, allerdings sind diese Werte noch nicht festgeschrieben.

Deutschland gehört zu den Schlusslichtern in Europa

In Deutschland sind die CO2-Emissionen der Kraftfahrzeuge überdurchschnittlich hoch. Zwar ist die Zahl der Neufahrzeuge mit erfüllter Euro 5 Norm im Jahr 2010 auf 69,7 Prozent gestiegen, mit 152 Gramm pro Kilometer verursachen diese aber im Durchschnitt weit mehr CO2 wie in der Selbstverpflichtung der Automobilindustrie festgelegt. Bei zwei Drittel aller etwa 51 Millionen Kraftfahrzeuge liegen die CO2-Emissionen Ende 2010 sogar noch bei über 160 Gramm pro Kilometer.

Problematisch ist vor allem die Entwicklung im Güterverkehr mit einer steigenden Verlagerung der Güter auf die Straße. Der Gesamtverkehrsaufwand ist von 422,3 Milliarden Tonnenkilometern* im Jahr 1994 auf 624,0 Milliarden im Jahr 2010 angestiegen, im gleichen Zeitraum der Straßengüterverkehr von 272,4 (Anteil 64,5%) auf 437,5 Milliarden Tonnenkilometer (Anteil 70,1%). Im Jahr 2009 lag die Fahrleistung von LKWs auf deutschen Straßen nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes bei etwa 36,8 Milliarden Kilometer. Für die nächsten Jahre wird ein weiterer Anstieg prognostiziert.

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DIREKTE UND INDIREKTE EMISSIONEN
Die Summe aus direkten und indirekten Emissionen ergibt zusammen die Gesamtemissionen, die mit der Nutzung eines Energiesystems verbunden sind.
Direkte Emissionen treten direkt am Ort der Energieumwandlung auf, z. B. an einem Kraftwerk oder Kraftfahrzeug. Daher werden bestimmte Energien wie Wind- oder Sonnenkraft als CO2-frei bezeichnet, weil keine Emissionen vor Ort auftreten.
Indirekte (vorgelagerte) Emissionen sind solche, die bei der Bereitstellung eines Energieträgeres auftreten. Dies kann die Fertigung eines Kraftfahrzeugs, der Bau und Transport eines Windrades bzw. einer Photovoltaikanlage oder auch der Dieselverbrauch beim Einsatz einer Landmaschine im Anbau von Raps für Biokraftstoff sein.

CO2-ÄQUIVALENTE
Um Klimadaten miteinander vergleichen zu können, werden die Treibhausgase entsprechend ihrer Klimawirksamkeit in CO2-Emissionen umgerechnet und als Gesamtemissionen in CO2-Äquivalenten ausgegeben.
Umrechnungsfaktore für CO2-Äquivalente nach IPPC: CO2 × 1, CH4 × 23, N2O × 296

* VERKEHRSAUFWAND PRO JAHR
Der gesamte Verkehrsaufwand wird aus der Multiplikation der Fahrleistungen mit der Zahl der beförderten Personen in Personenkilometern (Pkm) bzw. der beförderten Güter in Tonnenkilometern (Tkm) ermittelt.
Güterverkehr 2010
Gesamt:
Straße:
Schiene:
Schiff:
sonstiges:
624,0 Milliarden Tkm
437,5 Milliarden Tkm
107,2 Milliarden Tkm
63,1 Milliarden Tkm
16,3 Milliarden Tkm
Personenverkehr 2008
Gesamt:
Luft:
Schiene:
ÖPV:
Straße:
1.092,6 Milliarden Pkm
61,2 Milliarden Pkm
83,0 Milliarden Pkm
79,8 Milliarden Pkm
869,7 Milliarden Pkm
Daten: Bundesministerium für Verkehr
     
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