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Fahren mit Flüssiggas (LPG) Flüssiggas ist ein Gemisch aus Propan und Butan, das bei der Öl- und Gasförderung sowie in Raffinerien anfällt. In Deutschland fahren gut 500.000 Fahrzeuge mit Flüssiggas, in Europa mehr als zwei Millionen. Mit Flüssiggas (Liquified Petroleum Gas) können generell alle Benzinfahrzeuge fahren. Beim Fahren wird das Flüssiggas nicht vom Motor angesaugt, sondern direkt gasförmig oder neuerdings auch flüssig eingespritzt. In Deutschland sind alle Anlagen auf einen bivalenten Betrieb ausgelegt, bei dem während der Fahrt das Umschalten von Benzin- auf Gasbetrieb oder umgekehrt möglich ist. Umweltvorteile
Serienmäßige Fahrzeuge und Tankstellen Eine große Auswahl an Serienfahrzeugen mit Flüssiggas besteht in Deutschland nicht. Mitte 2011 haben die Automobilhersteller Chevrolet, Dacia, Ford, Kia, Lada, Opel, Seat, Skoda, Subaru und Volkswagen einzelne Modelle und in der Regel mit nur einer Motorisierung ab Werk im Angebot, einige weitere Hersteller seriennahe Fahrzeuge ab Händler. Im Bereich Transporter, LKW und Busse gibt es so gut wie keine Angebote. In Deutschland kann flächendeckend an mehreren tausend Tankstellen Flüssiggas getankt werden. Allerdings befinden sich viele Tankstellen auf Betriebsgeländen oder sind nicht rund um die Uhr anfahrbar. Bei Fahrten ins Ausland ist zu beachten, dass die Zapfanschlüsse nicht genormt und deshalb Adapter erforderlich sind. Nach- und Umrüstungen Bei der Nachrüstung eines Benzinfahrzeugs mit einer Flüssiggasanlage müssen Einspritzeinrichtung, elektrisches Steuergerät, Gasdosiereinheit, Verdampferdruckregler und Gastank zusätzlich in das Fahrzeug verbaut werden. Der bei atmosphärischem Druck gasförmige Zustand geht bei einem Druck von nur sechs bis acht bar in den flüssigen Zustand über, so dass Flüssiggas relativ einfach gespeichert werden kann. Als Tanks werden spezielle Gastanks mit vorgeschriebenen Absperr- und Sicherheitseinrichtungen in oder unter den Kofferraum eingebaut, zu empfehlen sind Tanks, die in die Mulde des Reserverads unter der Kofferraumabdeckung passen. Eine Nachrüstung sollte generell nur bei speziell qualifizierten, geprüften Kfz-Fachbetrieben erfolgen, die auch die TÜV-Abnahme des umgebauten Fahrzeugs veranlassen. Interessenten sollten vor einer Nachrüstung beim Fahrzeughersteller die möglichen Auswirkungen auf die Garantie nachfragen. Nachteile und Probleme Je nach Motor, Katalysator- und Abgasreinigungsanlage, Flüssiggasanlage, Gaszusammensetzung, Witterung und Fahrweise wird der Kraftstoffverbrauch im Gasbetrieb gegenüber dem Bezinbetrieb um etwa 15 bis 25 Prozent steigen und die Motorleistung um gut zehn bis 15 Prozent abfallen. Flüssiggas ist schwerer als Luft und kann sich deshalb am Fahrzeug zu einem zündfähigen Gemisch sammeln. Daher gibt es noch häufig Verbote für das Einfahren in Parkhäuser und vor allem Tiefgaragen. LPG ist eine Mischung aus Propan und Butan in wechselnden Mischungsverhältnissen. Da nur wenige Flüssiggasanlagen mit Sensoren ausgestattet sind, die ein nach jedem Tankvorgang mögliches unterschiedliches Propan/Butan-Verhältnis erkennen können, kann ein zu hoher Butananteil zu einem kapitalen Motorschaden führen, wenn das Mischungsverhältnis von der Voreinstellung abweicht. Wegen der höhren Temperaturen, die beim Verbrennen des Gases entstehen, können Fahrten über längere Strecken oder unter Volllast problematisch für den Motor werden. Probleme treten vor allem an den Zylindern und Motor-Auslassventilen auf, die bei ungeeigneten Einbauten immer wieder zu kostspieligen Reparaturen oder sogar kaptialen Motorschäden führen. |
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