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Kraftfahrzeugbestand und Marktentwicklung Der Straßenverkehr wird mit Emissionen und Immissionen immer zur Belastung der Luftqualität und des Klimas beitragen. Der Blick auf den deutschen Fahrzeugmarkt zeigt, dass es für eine nachhaltige Reduzierung der Schadstoffe auch gar nicht so viele Ansatzpunkte gibt. Deutschland ist seit jeher ein Diesel- und Benzinfahrerland mit festgefahrenen Traditionen. Vorschläge und Tipps zum umweltfreundlicheren Autofahren werden wie Fahrzeuge mit alternativen Antrieben und Kraftstoffen - wenn überhaupt - nur äußerst zögerlich angenommen. Der Weg zu einem umweltfreundlicheren Straßenverkehr führt wohl nur über weniger Verbrauch bei gleichzeitiger Reduzierung der Emissionen. Die Kraftfahrzeuge in Deutschland fahren Benzin oder Diesel Am 1. Januar 2011 waren in Deutschland insgesamt 50.184.419 Kraftfahrzeuge angemeldet, davon 42.301.563 Personenkraftwagen (Pkw), 4.432.436 Lastwagen (Lkw) und Zugmaschinen, 3.827.894 Krafträder sowie 76.463 Kraftomnibusse. Während für Lkw und Busse hauptsächlich Dieselmotoren eingesetzt werden, überwiegen im Pkw-Bereich die Fahrzeuge mit Ottomotor. 43 Prozent der Fahrzeuge entsprechen der Euro 4 Norm, die strengere Euro 5 Norm erreichen 7,1 Prozent, allerdings auch 6,3 Prozent nur die Emissionsklasse Euro 1. Mit einem Marktanteil von zusammen lediglich 1,25 Prozent spielen die alternativen Antriebe und Kraftstoffe nur eine untergeordnete Rolle. Bei den Neuzulassungen ist eine derzeitige Tendenz zu Dieselfahrzeugen feststellbar, die bereits in den letzten Jahren immer beliebter wurden. Erfreulich ist die Entwicklung bei den Fahrzeugen, die die Euro 5 Norm erfüllen. Ihr Anteil stieg von 69,7 Prozent im Jahr 2010 in der ersten Jahreshälfte 2011 weiter auf 95,7 Prozent.
Kaum Potential bei den alternativen Antrieben und Kraftstoffen Nach wie vor können sich Fahrzeuge mit alternativen Antrieben und Kraftstoffen auf dem deutschen Markt nicht etablieren, ihr Anteil bei den Neuzulassungen liegt weit unterhalb von einem Prozent, im Farzeugbestand leicht darüber. Zwar möchte der Deutsche Verband Flüssiggas bis zum Jahr 2015 den Anteil der Flüssiggasfahrzeuge und die Bundesregierung den der Elektrofahrzeuge bis 2020 auf jeweils eine Million Fahrzeuge erhöhen, bei einem Bestand von dann voraussichtlich 55 Millionen Kraftfahrzeugen macht dies aber nur einen Marktanteil von jeweils nicht einmal zwei Prozent aus. Da es derzeit eher fraglich ist, ob weitere Kraftstoffe wie CNG, E85 oder die Brennstoffzelle ebenfalls einen größeren Beitrag leisten können, würde der Anteil von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben und Kraftstoffen insgesamt auf vielleicht fünf Prozent steigen und kein erhebliches Reduktionspotential bieten. Auch höhere Beimischungsquoten von sogenannten Biokraftstoffen zum Benzin- und Dieselkraftstoff führen, wie das Beispiel E10 zeigt, zu mehr Problemen als effektiven CO2-Einsparungen. Marktentwicklung und Ausblick Eine wesentliche Veränderung im Fahrzeugbestand ist auf dem deutschen Kraftfahrzeugmarkt in den nächsten Jahrzehnten nicht zu erwarten. Weitere Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgase im Straßenverkehr müssen also bei den herkömmlichen Benzin- und Dieselfahrzeugen ansetzen. Die Abgasgrenzwerte dürften mit den Normen Euro 5 und Euro 6 die höchsten Werte erreicht haben, weitere Verschärfungen sind kaum zu erwarten. Bei Weiterentwicklung und Optimierung liegen die Schwerpunkte bei den Verbrennungsmotoren, dem Energiemanagement sowie auf Nebenaggregaten, Fahrwiderstand und Assistenzsystemen. Besonderes Potential bietet die Gewichtsreduzierung der Fahrzeuge sowie das sogenannte Downsizing, bei dem kleinere und leichtere Motoren mit weniger Hubraum bei Reduzierung des Verbrauchs zum Einsatz kommen. In Verbindung mit einer Turboaufladung wird gleichzeitig mehr Leistung geboten. Dies bieten auch verschiedene Hybridisierungarten durch Anfahrunterstützung, Boosten oder Systemen zur Energierückgewinnung. Die technischen Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgereizt. |
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